Von Abschiedsgeschenken und einem Stück Brot

Von Abschiedsgeschenken und einem Stück Brot

 

Angesetzt wird weit weg – und zugleich

nah: in der Lebenswelt der Jugendlichen.

 

Es geht um die Bedeutung von Symbolen.

 

Ein Handy ist mehr als ein Handy,

ein KSC-Schal steht für Gemeinschaft,

eine Chipstüte für die Freizeit

mit guten Freunden. Selbst

alltägliche Dinge haben die Eigenschaft,

über sich hinaus zu weisen.

 

Und wenn Ihr Euch von Eurem

besten Freund oder Eurer besten

Freundin für wer weiß wie lange

verabschieden müsstet: Was wäre

Euer Abschiedsgeschenk ...?

 

Ein Fotoalbum!

 

Ein Freundschaftsband!

 

Einer meiner wertvollsten Schätze!

 

Es wird deutlich: Das Geschenk soll

Verbindung schaffen und die Zu-

Sammengehörigkeit bewahren über

den Abschied und die Trennung

hinaus.

 

Und was war das Geschenk von Jesus

an seine Freunde?

 

Ein Stück Brot. Ein Schluck Wein.

 

Er selber hat es gedeutet auf seinen

Weg, sein Leben und Sterben hin.

Und hat seine Freunde aufgefordert,

beides auch künftig in seinem Namen

miteinander zu teilen, „zu seinem

Gedächtnis“, d. h. in Erinnerung an ihn.

 

Jetzt verstehen die 14-Jährigen:

 

Auch Jesus geht es um bleibende

Gemeinschaft über Abschied, Trennung,

ja, den Tod hinaus. Es geht

ihm um Verbindung durch bleibende

wertvolle Erinnerung. Und es geht

um die Vergegenwärtigung all dessen,

was Jesus am Herzen lag.

 

Ein Stück Brot. Ein Schluck Wein.

 

Mehr nicht.

 

Und zugleich viel mehr als das ...

 

Es folgt eine Lesung in verteilten

Rollen. Sie führt unter fast ausschließlich

wörtlicher Rede lebendig

und eindrücklich in die Stimmung

jenes letzten Abends hinein, den Jesus

im Kreis seiner Jünger verbrachte

und vermittelt zugleich

wichtiges Hintergrundwissen, z. B.

über das jüdische Passahfest, das

sie damals in Jerusalem feierten,

und die Bedeutung von Brot und

Wein in diesem Zusammenhang.

 

Schließlich die Frage, was aus dem

Vermächtnis Jesu geworden ist.

 

Einige Konfirmandinnen und Konfirmanden

bringen persönliche Erfahrungen mit der Feier des

Abendmahls mit, nachdem vor sieben

Jahren laut dem Beschluss der

Landessynode alle getauften Kinder

zum Abendmahl zugelassen wurden

und der Kirchengemeinderat

sich dies ausdrücklich zu eigen

gemacht hatte; wir kommen darüber

ins Gespräch.

 

Dann gibt es noch ein Blatt für den

Ordner und zum Einprägen, auf

dem die einzelnen Teile und Schritte

der Feier des Abendmahls mit kurzen

Erklärungen versehen sind:

vom Dankgebet zu Beginn über die

Einsetzungsworte und den Friedensgruß

bis zur Austeilung und

dem Dankgebet am Ende.

 

Schließlich bekommt das Tischgebet

dem Thema entsprechend eine

besondere Form: In wohltuender

Stille teilen wir ein Fladenbrot miteinander.

Jeder bricht sich ein Stück

ab – in Erinnerung an Jesus, der

uns das Teilen gebot.

 

Das Abendmahl birgt ein Geheimnis.

Niemand wird wohl behaupten

können, er oder sie habe es bis ins

Letzte ergründet. Ein solcher Konfirmandentag

aber vermag, so ist zu

hoffen, ein tieferes Verständnis zumindest

anzubahnen und offen zu halten.

 

Rolf Kruse


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